Prostata das Organ

Die Prostata das Organ und seine Funktion

Die Prostata ist etwa kastaniengroß, wiegt rund 20 g und weist einen festen, teils glandulären, teils muskulären Körper auf. Die äußere Form ist annähernd pyramidenförmig, wobei die Basis zur Harnblase, der Apex nach unten weist.

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) ist eine kastaniengroße, exokrine Drüse, die zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes gehört. Sie wiegt bei einem jungen Mann etwa 20 Gramm, kann sich jedoch im Laufe des Lebens hormonell bedingt stark vergrößern. Sie liegt im kleinen Becken direkt unterhalb der Harnblase und vor dem Enddarm (Rektum). Aufgrund dieser Nähe kann sie vom Arzt bei einer Vorsorgeuntersuchung leicht ertastet werden.

Schematische Darstellung von Blase, Prostata und Harnröhre 01 02 03 04
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Normal große Prostata Die Prostata ist etwa kastaniengroß, wiegt rund 20 g und weist einen festen, teils glandulären, teils muskulären Körper auf. Die äußere Form ist annähernd pyramidenförmig, wobei die Basis zur Harnblase und der Apex nach unten weist.

Was ist die Prostata? Aufgaben und Aufbau

Arzt Bespricht Befund eines Prostatakarzinoms mit Patient

Die Prostata ist eine Drüse mit Ausführungsgängen in die Harnröhre. Sie besteht aus 30 bis 50 Einzeldrüsen. Diese produzieren ein Sekret, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird und sich dort mit den Spermien vermischt. Das Sekret macht beim Mann etwa 30% des Ejakulates aus. Durch seinen pH-Wert von 6,4 erhöht es die Überlebenschancen der Spermien, da die Vagina zum Schutz vor Infektionen sauer ist. Zum anderen enthält das Prostatasekret biogenes Amin, welches bewegungsauslösend auf die Spermien wirkt.

Des Weiteren wird aus der Prostata das prostataspezifische Antigen (PSA) ausgeschüttet. Dadurch wird das Ejakulat dünnflüssiger. Das PSA ist ein wichtiger Bestandteil bei Laboruntersuchungen für Prostataerkrankungen (insbesondere Prostatakrebs)

Grafik Anatomie der Prostata Infoportal LDR-Brachytherapie

Bei gesunden jungen Männern hat die Prostata ein durchschnittliches Volumen von 20 bis 25 cm³ und entspricht in etwa der Größe einer Kastanie. Wenn die Vorsteherdrüse mit zunehmendem Alter wächst, kann sie die Harnröhre einengen und unangenehme Symptome beim Wasserlassen hervorrufen.

Die Prostata liegt direkt unter der Harnblase zwischen Blasenhals und Beckenboden. Sie besitzt zwei Lappen, die den oberen Teil der Harnröhre wie ein Ring von rechts und links umschließen. Ihre Ausführgänge münden in die Harnröhre. Über die Harnröhre gelangen sowohl die Samenflüssigkeit bei der Ejakulation als auch der Urin aus der Harnblase nach außen. Somit kommen Samen- und Harnwege in der Prostata miteinander in Berührung.

Die Prostata verschließt:

  • die Harnröhre zur Blase hin beim Samenerguss, sodass keine Samenflüssigkeit in die Harnblase gelangt.
  • die Samenwege beim Wasserlassen, sodass kein Urin über die Gänge der Prostata in die Vorsteherdrüse eindringen kann.

Der Enddarm liegt direkt hinter der Prostata, auf ihrer Rückseite. Deshalb lässt sich die Prostata mit dem Finger über den Darm gut ertasten. Die Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung) ist eine Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs. Allerdings ist die Tastuntersuchung nicht sehr aussagekräftig.

Die Prostata ist von einer Kapsel aus Bindegewebe umschlossen. Diese enthält viele glatte Muskelfasern und elastisches Bindegewebe. Im Inneren der Prostata befinden sich ebenfalls zahlreiche glatte Muskelzellen. Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs hat der Tumor die Kapsel bereits durchbrochen und ist nicht mehr auf die Prostata begrenzt. Daher ist die Prostatakrebsfrüherkennung so wichtig. Ärztinnen und Ärzte können den Tumor entdecken, bevor er sich ausbreitet.

Die Prostata ist wichtig für den männlichen Teil der Fortpflanzung und Erregung im sexuellen Kontext. Sie liefert wichtige Bestandteile des Ejakulates. Bei Erkrankungen der Prostata (vor allem Prostatakrebs) und der damit einhergehenden Behandlung können teilweise die Zeugungsfähigkeit, Kontinenz und Potenz des Mannes gemindert werden. Bei den klassischen Behandlungsmethoden besteht darüber hinaus eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit der zuvor genannten Punkte. Die Prostata wird durch das Hormon Testosteron gesteuert.

Grafik Zonen der Prostata Zentrale Zone, Trasitionalzone, Periphere Zone, Anteriore Zone

Vereinfacht lassen sich vier verschiedene Prostata-Zonen unterscheiden:

1. Zentrale Zone (Innenzone): Sie macht etwa ein Viertel der gesamten Prostatamasse aus. In diesem Bereich verläuft der gemeinsame Gang von Prostata, Samenleiter und Samenbläschen.

2. Transitionalzone (Übergangszone): Ein kleiner Bereich, der nahe des Anfangsteils der Harnröhre lokalisiert ist. Diese Region vergrößert sich im Lauf des Lebens und drängt die anderen Teile der Prostata zusammen. Dies kann schließlich in einer gutartigen Prostatavergrößerung münden. Warum sich bei Männern etwa aber der vierten Lebensdekade das Bindegewebe, die Epithel- und/oder glatten Muskelzellen vermehren, ist noch unklar. Wenn sich die Transitionalzone mit der Zeit vergrößert, nimmt schließlich auch die Größe der gesamten Prostata zu.

3. Periphere Zone (Außenzone): Sie macht den Hauptanteil der Vorsteherdrüse aus. Etwa 70 Prozent des Prostatagewebes gehören zur Außenzone. Dort bildet sich auch ein Prostatakrebs (Prostatakarzinom) am häufigsten.

4. Anteriore Zone: Ebenfalls ein kleiner Bereich, der kein oder nur wenig Drüsengewebe enthält, aber Bindegewebe und Muskelfasern.

Die Prostatadrüse des erwachsenen Mannes ist zunächst etwa kastaniengroß und wiegt 15 bis 20 Gramm. Ab dem 40. bis 50. Lebensjahr kann sich das Gewebe jedoch vergrößern und mit fortschreitendem Alter deutlich an Volumen zunehmen. Dies ist ein ganz normaler, hormongesteuerter Alterungsprozess, von dem in Deutschland viele Millionen Männer betroffen sind. Die Medizin bezeichnet diese gutartige Veränderung als benigne Prostatahyperplasie (BPH).

Prostatakrebs entsteht durch entartete Zellen, deren Erbgut nicht intakt ist. Wie jede gesunde Zelle besitzen sie die Fähigkeit, sich durch Teilung zu erneuern. Dabei übertragen sie ihren fehlerhaften Gencode an die neu entstandene Zelle und sterben ab. Ein bösartiger Tumor entsteht jedoch erst, wenn dieser Teilungsprozess plötzlich unkontrolliert voranschreitet. Über einen längeren Zeitraum hinweg entsteht so eine Ansammlung bösartiger Zellen, das Prostatakarzinom.

Die genauen Ursachen dieses Vorgangs sind bis heute nicht abschließend geklärt. Als gesicherter Faktor für die Entstehung von Prostatakrebs gilt deshalb vorerst die genetische Veranlagung. Statistiken weisen darauf hin, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, bei Verwandten, insbesondere bei Vätern und Brüdern, um das Fünffache erhöht ist. In diesem Fall spielen auch hormonelle Faktoren eine Rolle. Wie bekannt, fördern Östrogene das Wachstum von Brustkrebs. Ebenso begünstigen männliche Geschlechtshormone das Prostatakarzinom. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Zusammenhänge mit der Ernährung, insbesondere bei einer hohen Aufnahme von Fett und einer niedrigen Aufnahme von bioaktiven Substanzen.

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